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 Die Kippe

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Karl
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Beitrag 646 von 653
BeitragVerfasst am: 18 Dez 2023 22:16    Die Kippe  Antworten mit Zitat Nach oben

allo
zusammen!

Aus meiner Knabenzeit hat sich eine MÄRKLIN - Druckschrift mit dem
Titel "MÄRKLIN - SCHIENENANLAGEN SPUR 00" erhalten, die im Jahr 1939
erschienen war.

Im Vorwort des Heftes heißt es auszugsweise: "... Die Aufgabe dieses Heftes
ist daher, viele Musterbeispiele zu zeigen, wie man zweckmäßig dem
Großbetrieb nachgebildete Eisenbahnanlagen aufbauen kann.

Dazu kommt noch, daß durch viele Abbildungen und Belehrungen das Verständnis
für die technischen Einrichtungen des Großbetriebes vermittelt wird..."

Aus dem Heft zitiere ich Fotos, die den Großbetrieb vor dem zweiten
Weltkrieg zeigen.


2312-GLEISE-01-C


2312-GLEISE-02-C

Die beiden Abbildungen belehrten den jungen Miniaturbahnfreund
hinsichtlich der Anmutung, die den Fernreisenden damals auf dem Bahnsteig
erwartete.

MfG!
Karl

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Beitrag 647 von 653
BeitragVerfasst am: 02 Jan 2024 12:10    Die Kippe  Antworten mit Zitat Nach oben

allo
zusammen!

Unser "Foto Schorsche" erfreut sich oft am Traditionszug der Reichsbahn-
Direktion Magdeburg, bei dem er den darin mitgeführten vierachsigen
preußischen Abteilwagen besonders schätzt.

Nun hat er auch einen Nachweis in der Hand, dass ein solcher Wagen auch
im Hauptbahnhof seiner Vaterstadt Kassel in dem ersten Jahrzehnt nach
dem zweiten Weltkrieg noch anzutreffen möglich gewesen sein kann.

Auf der Web-Seite "Das 1958-Projekt", - "www.db58.de" -, findet sich ein
diesbezüglicher Eintrag unter dem Titel:
"Einer der letzten - der AB 4 Pr 03", aus dem hier auszugsweise
zitiert werden soll.

Herr Detlev Hagemann schrieb dort am 26. Januar 2010 (Zitat):

"In der BD Kassel konnten sich etliche Länderbahnwagen sehr lange der
Ausmusterung entziehen. Darunter auch die 4-achsigen Abteilwagen.
Joachim Claus erwischte (fotografierte) noch am 26. Januar 1958
einen vierachsigen Abteilwagen der hölzernen Bauart in Fulda
im Einsatz: den "030 542 Ksl".

Joachim Claus hat auf der Rückseite (seines Fotos) geschrieben,
dass er ihn der Baureihe BC 4 Pr 03 zuordnet.

Der Wagen hat sehr wahrscheinlich keinen DB-Keks und keinen
Kennzeichnungsstrich für die 1. Wagenklasse mehr erhalten.

Die BD Kassel setzte alte Preußen häufig im morgendlichen und
abendlichen Pendlerverkehr nach Frankfurt ein, sei es direkt
auf den Hauptstrecken, aber auch entlang des Vogelsberg.
Ob sich das für diesen Wagen noch abklären lässt? (Zitat-Ende)".


Der vierachsige preußische Abteilwagen
der Deutschen Bundesbahn (DB)
der Gattung BC 4 mit der Betriebsnummer 030 542 Ksl.
(FOTO: JOACHIM CLAUS (C) 1958)




Unser "Foto Schorsche" hat das Foto des Herrn Joachim Claus seinem Archiv
hinzugefügt, um auch seinem historischen Interesse am Einsatz der vierachsigen
preußischen Abteilwagen bei der jungen Bundesbahn in deren ersten Jahren
nachzukommen.

Im heimischen Umfeld jedoch kann er sich seinem historischen Interesse
wesentlich einfacher widmen.

In seinem Bahnalltag in der Reichsbahndirektion Magdeburg trifft er im
Umkreis des Reichsbahn-Ausbesserungs-Werkes "Raw Halberstadt" zuweilen auf
preußische Abteilwagen, die nämlich das Raw in "Halberstädter Umbauwagen"
zu rekonstruieren hat.



Vierachsiger preußischer Abteilwagen der Gattung C4
aus dem Traditionszug der Reichsbahn-Direktion Magdeburg,
sowie ein für den Umbau vorgesehener und dem aktuellen Betrieb
entnommener Abteilwagen der Gattung B3.


2401-B3u-01-C



Ansicht des Abteilwagens der Gattung B3
mit der handbrems-seitigen Stirnwand.


2401-B3u-02-C



Beschriftung des Abteilwagens der Gattung B3.


2401-B3u-03-C



Der Abteilwagen der Gattung B3
besitzt drei Großraumabteile und Toiletten.
Auch die Toilette ist vom Bahnsteig aus zugänglich.


2401-B3u-04-C

Ursprünglich war der B3-Wagen als Abteilwagen vierter Klasse in Betrieb
genommen. Dies wird in einem auszugsweisen Zitat aus WIKIPEDIA erläutert:

"Erst ab 1901 ließ die preußische Staatsbahnverwaltung Abteilwagen 4. Klasse
bauen. Bis dahin wurden den weniger betuchten Beförderungsfällen die
Mitfahrgelegenheit in den Durchgangswagen der Bauart Di gewährt, wo sie
sich entweder auf einen der zahlreicheren Stehplätze zwängten oder aber
selten genug einen Platz auf einer der Bänke an den Längswänden ergatterten.

Mit den nun geschaffenen Abteilwagen 4. Klasse entstand für die aus den
entfernteren Ortschaften anreisenden Wagen-Insassen eine gewisse
Reiseerleichterung, denn die 4. Klasse bot nun im Wagen drei
Großraumabteile mit dem Flächenraum von je zwei 3.-Klasse-Abteilen an.

Ein Wagen hatte 26 Sitz- und 34 Stehplätze, wobei für jeden
Stehplatz 0,2 qm Grundfläche gerechnet wurden (Zitat-Ende)".

Durch die Rekonstruktion zum Umbauwagen wird der Abteilwagen der Gattung B3
noch etliche Jahrzehnte weiter genutzt werden können.

MfG
Karl

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Beitrag 648 von 653
BeitragVerfasst am: 05 Jan 2024 23:38    Die Kippe  Antworten mit Zitat Nach oben

allo
zusammen!

Heute traf ein seitens der Deutschen Bundesbahn (DB) vorgehaltener Abteilwagen
zweiter Klasse in Quedlinburg-Nord ein, den die DB als Gattung B3tr
in ihren Unterlagen notiert hat.

Unser "Foto Schorsche" hat sich sogleich Fotos von dem ursprünglich
preußischen Abteilwagen vierter Klasse für sein Archiv gesichert.

Das Fahrzeug wurde seit seiner Indienstnahme im Jahre 1901 ein
erstes Mal 1928 zu einem Personen-Wagen dritter Klasse hochgestuft
und ein zweites Mal in 1956 zu einem Personen-Wagen zweiter Klasse
veredelt, wobei jedoch die ursprüngliche Abteilausstattung der
vierten Klasse ein jedes Mal beibehalten und seine Zweckbestimmung
als "Für Reisende mit Traglasten" deklariert wurde.


Der DB-Abteilwagen Gattung B3tr im Zugverband.


2401-B3tr-01-C



Der DB-Abteilwagen Gattung B3tr am Schluss des Zugverbands.


2401-B3tr-02-C



Der vierachsige preußische Abteilwagen der Gattung C4
aus dem Traditionszug der Reichsbahn-Direktion Magdeburg
ist am anderen Ende des Zugverbandes eingereiht.


2401-B3tr-03-C



Das Zuglaufschild am DB-Abteilwagen Gattung B3tr.


2401-B3tr-04-C



Die Zweckbestimmung des Abteilwagens der Gattung B3tr lautet:
"Für Reisende mit Traglasten".


2401-B3tr-06-C



Die Beschriftung des Abteilwagens der Gattung B3tr der DB.


2401-B3tr-07-C



Die Seitenansicht des Abteilwagens der Gattung B3tr der DB.


2401-B3tr-05-C

Unser "Foto Schorsche" wundert sich. Vermutlich wird der Abteilwagen
der Gattung B3tr der DB dem Raw Halberstadt zugeführt werden.

MfG
Karl

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Beitrag 649 von 653
BeitragVerfasst am: 12 Jan 2024 22:02    Die Kippe  Antworten mit Zitat Nach oben

allo
zusammen!

Aus seiner Sammlung entnahm unser "Foto Schorsche" eine Monografie zum
Thema "Preußische Abteilwagen", deren Titelseite nachfolgend zitiert sei.



Geschichte der preußischen Abteilwagen, als Folge 9/10
der Monographien der DGEG, 'Eisenbahnen und Museen'
(Hg.): Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte e. V.
Karlsruhe 1983, ISBN: 3-921700-38-8
Verfasser: Dr. Otto Cohausz



2312-COHAUSZ-248-C


Aus dieser Monografie werden hier auszugsweise die darin von
Herrn Dr. Otto Cohausz abgefassten Darlegungen in nachstehendem Fenster
zitiert, nämlich wie es zu den preußischen Abteilwagen vierter Klasse kam.


Zitat:


Wie es zu den preußischen Abteilwagen vierter Klasse kam.
=========================================================

Zur Zeit des Krieges 1870/71 waren in Preußen etwa ein Drittel des
Eisenbahnnetzes in staatlichem und zwei Drittel in privatem Besitz
und Betrieb.

Danach wurden der Ausbau des staatlichen Netzes und die Verstaatlichung
der Privatbahnen vorangetrieben. Der Fahrzeugbestand bot infolge seiner
verschiedenartigen Herkunft ein buntscheckiges Bild.

Um die Vereinheitlichung der Reisezugwagen zu fördern, stellte die
preußische Staatsbahnverwaltung 1878 die ersten "Normalien" genannten
Musterzeichnungen auf. Sie sahen für die 1. und 2. Klasse zweiachsige
Abteilwagen mit flachen Dächern, für die 3 und 4. Klasse Durchgangswagen
vor.

Von 1880 ab wurden in den Musterblättern die flachen Dächer durch Dächer
mit kastenförmigen Aufbauten ersetzt, die der besseren Belichtung
und Belüftung der Abteile dienen sollten. Sie erfüllten dieser Zweck auch,
waren aber wegen der vielen Schmutz und Ruß ansammelnden Winkel und Ecken
schwer zu reinigen und ließen Feuchtigkeit durch.

Diese Dachaufbauten galten als typisch für die Wagen preußischer Bauart.
Von 1883 ab schuf man auch für die 3. Klasse Abteilwagen, während sie
für die 4. Klasse erst ab 1901 gebaut wurden.

Mit der Verbesserung und Verlängerung der Wagenkästen gegen Ende der
achtziger Jahre kam die Ausstattung mit drei Achsen auf, die vorherrschend
wurde und die zweiachsige Bauweise, die sich nebenher noch bis 1898 hielt,
verdrängte.

Aber erst ab 1921 erlebten wir einen Rückfall in die 2-Achsen-Bauweise,
die durch den Zwang zur Sparsamkeit nach dem verlorenen Krieg verursacht
war und den Übergang darstellte zu den DR-Personenwagen 1921/30,
die alle zweiachsig waren.

Der Bau von Abteilwagen hatte von 1883 ab Vorrang, denn nun wurden
die Personenzüge auf Hauptstrecken aus Abteilwagen, die Nebenbahnzüge
aus Durchgangswagen zusammengesetzt.

Das bewirkte in Preußen ein starkes Überwiegen der Abteilwagen
gegenüber den Durchgangswagen, zumal auf den Hauptstrecken das
Verkehrsaufkommen stärker und die Züge länger waren als auf den
Nebenstrecken.

Auch in den Gattungszeichen kam zum Ausdruck, dass man die Abteilwagen
für den Regelfall und die Durchgangswagen für die Ausnahme halten wollte.
Die Abteilwagen erhielten als Gattungszeichen die den Wagenklassen 1 bis 4
entsprechenden Großbuchstaben A bis D, und die Durchgangswagen mit
offenen Übergängen bekamen den Zusatzbuchstaben i.

Erst ab 1901 ließ die preußische Staatsbahnverwaltung Abteilwagen 4. Klasse
bauen. Bis dahin wurden den weniger betuchten Beförderungsfällen die
Mitfahrgelegenheit in den Durchgangswagen der Bauart Di gewährt, wo sie
sich entweder auf einen der zahlreicheren Stehplätze zwängten oder aber
selten genug einen Platz auf einer der Bänke an den Längswänden ergatterten.

Mit den nun geschaffenen Abteilwagen 4. Klasse entstand für die aus den
entfernteren Ortschaften anreisenden Wagen-Insassen eine gewisse
Reiseerleichterung, denn die 4. Klasse bot nun im Wagen drei
Großraumabteile mit dem Flächenraum von je zwei 3.-Klasse-Abteilen an.

Ein Wagen hatte 26 Sitz- und 34 Stehplätze, wobei für jeden
Stehplatz 0,2 qm Grundfläche gerechnet wurden.

Jedes Abteil hatte nur eine Außentür an jeder Seite. Die Außentüren lagen
einander schräg gegenüber, so dass an jeder Seite eine Bank bis
zum Fenster reichte.

Die Bänke waren an den Stirnwänden und den Abteilquerwänden angebracht,
im Gegensatz zu den Di-Wagen der Baujahre bis 1901, die die Bänke an
den Längswänden hatten.

Die Bänke waren flache Holzbretter, und ebenso waren die Rückenlehnen
flach und glatt.

Zwei Aborträume waren zwischen den Abteilen B und C eingerichtet.
Die Trennwand zwischen den Abteilen A und B war, ähnlich wie in
der 3. Klasse, etwa 1,50 m hoch und ließ einen Durchschlupf offen,
damit die Fahrgäste aus dem Abteil A zum Abort gelangen konnten.

Die Großräume in den Abteilen waren für Reisende gedacht, die große
Traglasten bei sich hatten, die sie nicht zum Gepäckwagen aufgeben
wollten.

Jedoch wurden die 4.-Klasse-Wagen immer mehr von Fahrgästen ohne
Traglasten benutzt, denen es auf die billigsten Fahrpreise ankam,
und die dafür bereit waren, sich mit Stehplätzen zu begnügen.

Die Bänke in der 4. wie auch in der 3. Klasse waren braun, die Wände
gelb gestrichen, die Decken grau.

Dass es Abteilwagen 4. Klasse erst seit 1901 gab, hatte seinen Grund
darin, dass bis dahin die 4. Klasse mit Di-Wagen bedient wurde.
Die Personenzüge wurden also gemischt aus Abteilwagen und Durchgangswagen
zusammengestellt.

Die Heeresleitung verlangte nämlich, dass für einen Kriegsfall eine
bestimmte Zahl von Di-Wagen vorrätig gehalten wurde, die dann zu
Lazarettwagen umgestaltet wurden.

Wie war nun die Stellung der drei Wagenklassen in den Abteilwagen-
Personenzügen?
Aus den oben angeführten Gründen mussten die Reisenden vorher wissen,
wo ungefähr die 4., 3. oder 2. Klasse zu finden war, und sie wussten
es meist auch aus Erfahrung. Auf großen Bahnhöfen, vor allem auf
Umsteigebahnhöfen, wurde es außerdem unter den Ziel- und
Abfahrtszeitschildern durch umstellbare Emailleschildchen kenntlich
gemacht, ob die 4. oder 3. Klasse vorn oder hinten im Zuge war, und dass
die 2. Klasse in der Zugmitte lief.

Da Preußen ein in Ost-West-Richtung langgestrecktes Gebilde war und
die meisten Hauptbahnen ungefähr in Ost-West-Richtung gebaut waren,
war allgemein angeordnet, dass die Wagen der 3. Klasse im westlichen,
die der 4. Klasse im östlichen Zugteil liefen. Die abweichende Darstellung
von K. E. Maedel ("Bekenntnisse eines Eisenbahnnarren", S. 19)
ist unrichtig. Es stimmt nicht, dass die Polsterklassewagen in der
Zugmitte beiderseits von 3.-Klasse-Wagen eingerahmt gewesen wären und
dass auf diese nach beiden Seiten die 4. Klasse folgte, dass also mit
anderen Worten die 4. Klasse die Anfangs- und den Schlussteil eines
jeden Personenzuges gebildet hätte. Höchstens konnte es vorkommen,
dass an einen in östliche Richtung fahrenden Personenzug hinter die
am Schluss laufenden 3.-Klasse-Wagen ein oder mehrere 4.-Klasse-Wagen
als Verstärkungswagen angehängt wurden,
so dass also die Reihenfolge 4. KL, 2. Kl., 3. KL, 4. Kl. war.

Auch mit den "1.-Klasse-Wagen für Herrschaften" irrt sich Herr Maedel.
Wie oben bereits erwähnt, gab es in ganz Preußen mit einer Ausnahme
keine 1.-Klasse Abteilwagen, und die 1.-Klasse-Abteile in
den 2.-Klasse-Wagen waren seit 1919 zur 2. Klasse herabgestuft.

Auf Nord-Süd-Strecken richtete sich die Stellung der Wagenklassen danach,
ob die Gleise in östlicher oder westliche Richtung aus dem Abzweigbahnhof
der nächsten Ost-West-Strecke ausliefen.

Hierbei und auch auf den Ost-West-Strecken waren Ausnahmen und
Unregelmäßigkeiten unvermeidlich. Sie konnten schon dadurch entstehen,
dass die Personenzüge nicht immer auf dem gleichen Streckenteil hin-
und herpendelten.

Sie mussten immer entstehen bei Dreiecks- oder Schleifenfahrten, bei denen
die Züge immer in umgekehrter Wagenklassenfolge als bei der Ausfahrt
in der Ausgangsbahnhof zurückkehrten.

Das gleiche ergab sich zwangsläufig bei halbkreisförmigen Fahrten zwischen
zwei Parallelstrecken. Fuhr zum Beispiel ein Personenzug vorschriftsmäßig mit
der 3. Klasse an der Spitze aus Wanne oder Hamm nach Westen aus,
so kam er in Bochum Nord und Langendreer bzw. in Soest mit der 3. Klasse
an der Spitze im östlichen Zugteil an.

Häuften sich solche Unregelmäßigkeiten in Knotenbahnhöfen, so führte
das schon mal zu Beschwerden der Fahrgäste in Leserbriefen an die Zeitungen.

Mit der Abschaffung der 4. Klasse 1928 vereinfachte sich die Zugbildung
und damit auch die Wagenklassenstellung.

Die Mehrzahl der 4.-Klasse-Wagen wurde in 3. Klasse umgebaut,
und nur noch ein Wagen in jedem Personenzug wurde in der
bisherigen 4.-Klasse-Gestaltung beibehalten "für Reisende mit Traglasten".
Er lief immer in der Zugmitte neben dem 2.-Klasse-Wagen

Bei den Eilzügen, die nie die 4. Klasse hatten, befand sich die 2. Klasse
im östlichen Zugteil, die 3. Klasse im westlichen Teil und in der Zugmitte.
Erst sehr viel später ging man dazu über, die 2. Klasse in die Zugmitte
zu verlegen.

_________________________________________________________________________
(Zitat-Ende aus den von Herrn Dr. Otto Cohausz abgefassten Darlegungen)




In der Sammlung vom "Foto Schorsche" zeigt ein im Jahr 1914 aufgenommenes
Foto einen Abteilwagen der vierten Klasse.



Ein Abteilwagen der Gattung D3,
die Abteiltür trägt die Kennzahl "4" für die 4. Wagenklasse und darunter
den Großbuchstaben, der das jeweilige Abteil im Wagen identifiziert.
(Foto: Sammlung Georg Klambert)


2312-COHAUSZ-250-C

Und in der vorstehend genannten Monografie zu den "Preußischen Abteilwagen"
zeigt Herr Dr. Otto Cohausz eine Zeichnung eines
"Dreiachsiger Abteilwagen 4. Klasse mit zwei Aborten", welche hier nur
ausschnittsweise widergegeben wird.



Dreiachsiger Abteilwagen 4. Klasse mit zwei Aborten,
ursprünglich Gattung D3,
dann ab 1928 nach Abschaffung der 4. Klasse
wurde er als Gattung C3tr Pr 00 geführt,
nämlich für Reisende mit Traglasten.


2312-COHAUSZ-249-C

Ebenfalls hat Herr Dr. Otto Cohausz in seine vorstehend genannte Monografie
das Foto eines im Jahre 1901 ursprünglich für die 4. Klasse erbauten
preußischen Abteilwagens aufgenommen, welches nachstehend zitiert wird.



Preußischer Abteilwagen,
der im Jahre 1901 ursprünglich für die 4. Klasse erbaut und
mit der Abschaffung der 4. Klasse im Jahr 1928
in einen Personenwagen 3. Klasse umgestuft wurde.


2312-COHAUSZ-251-C

Beim Raw Halberstadt traf unser "Foto Schorsche" auf eine Ansammlung
preußischer Abteilwagen.


Ein Wagenpark aus vierachsigen und dreiachsigen Fahrzeugen.


2401-OM-7-14-1-C



Im Wagenpark harrt der Abteilwagen der Gattung B3 der DR drauf,
dass er dem Raw Halberstadt zugeführt werden wird.


2401-OM-7-14-2-C



FOTO aus Crailsheim.


2312-COHAUSZ-252-C

Zu den ursprünglich als preußische Abteilwagen vierter Klasse erbauten
Personenwagen hat sich nun unser "Foto Schorsche" weitere Aufnahmen
für sein Archiv gesichert.

MfG
Karl

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Beitrag 650 von 653
BeitragVerfasst am: 15 Jan 2024 19:58    Die Kippe  Antworten mit Zitat Nach oben

allo
zusammen!

Um die Foto-Sammlung in seinem Archiv zu ergänzen, hat unser "Foto Schorsche"
den Gepäckwagen des Traditionszuges der Reichsbahn-Direktion Magdeburg
in dessen Umfeld, - dem Raw Halberstadt -, aufgesucht.



Güterzuglok Betriebsnummer "56 2659", vormals Bauart "G 8.2".
Entfernt zu sehen: Der Wagenpark aus Gepäckwagen und preußischen Abteilwagen.


2401-Pw4-00-C



Vormals preußischer Gepäckwagen zusammen mit preußischen Abteilwagen.


2401-Pw4-01-C



Beschriftung des vormals preußischen Gepäckwagens,
der seitens der Deutschen Bundesbahn (DB) als
Gepäckwagen der Gattung "Pw4ü" geführt wurde
und die Betriebsnummer "107 998 Esn" erhielt.


2401-Pw4-02-C



Seitenansicht der preußischen Heißdamplokomotive der Bauart "G 8.2".
Die Güterzug-Lok wurde zu der Zeit in Dienst genommen,
als Hinrich Lübken der Bauartdezernent im Reichsbahn-Zentralamt war.


2401-Pw4-06-C

Mit diesen Aufnahmen, - so meint jedenfalls unser "Foto Schorsche" -, habe er
sich einen anderen, zufällig aufgefundenen historischen Personenzug
in sein Archiv eingliedern können.

MfG
Karl

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Beitrag 651 von 653
BeitragVerfasst am: 17 Jan 2024 22:22    Die Kippe  Antworten mit Zitat Nach oben

allo
zusammen!

Mit seinem "Loki", - der preußischen Heißdampflok der Bauart "T 16" und
der Betriebsnummer "94 1343" -, ist unser "Foto Schorsche" im
Raw Halberstadt in der Tagschicht aushilfsweise eingesetzt worden.



Das Archiv unseres "Foto Schorsche" enthält eine ältere Aufnahme
der preußischen Heißdampflokomotive der Bauart "G 8.2".


2401-Pw4-20-C



Die "T 16" rangiert den historischen Personenzug im Raw Halberstadt.


2401-Pw4-11-C



Die preußischen Abteilwagen des historischen Personenzugs im Raw Halberstadt.


2401-Pw4-12-C



Heißdampflokomotiven der Bauart "G 8.2" und "T 16" zusammen
mit Abteilwagen des historischen Personenzugs im Raw Halberstadt.


2401-Pw4-13-C



Heißdampflokomotiven der Bauart "G 8.2" und "T 16"
zusammen mit dem vormals preußischen Gepäckwagen,
aktuell Gepäckwagen der Gattung "Pw4ü" der Deutschen Bundesbahn (DB)
mit der Betriebsnummer "107 998 Esn".


2401-Pw4-16-C

Seinen zufällig in der Tagschicht zu erbringenden Dienst hat unser
"Foto Schorsche" genutzt und sein Archiv um diese seine Aufnahmen
erweitern können.

MfG
Karl

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Beitrag 652 von 653
BeitragVerfasst am: 05 Feb 2024 18:54    Die Kippe  Antworten mit Zitat Nach oben

allo
zusammen!

Die junge "Deutsche Bundesbahn (DB)" fand in dem ihr nach dem Zweiten
Weltkrieg übrig gebliebenen Wagenpark auch noch Personenwagen vor, die
einst zur Länderbahnzeit von den "Preußischen Staatseisenbahnen" beschafft
worden waren. Die DB nutzte diese Altbauwagen in ihren betriebsinternen
Dienststellen, zum Beispiel für das Signalwesen oder bei der
Streckenelektrifizierung.

Auch unseren "Foto Schorsche" erfreuen die Aufnahmen der preußischen
Altbauwagen.


Ein "Langenschwalbacher",
damals seitens der "Preußischen Staatseisenbahnen"
für eine an engen Kurven reiche Nebenbahn im Taunus beschafft.
(Foto: Sammlung Georg Klambert)


2402-HMUE-01-C



Ein Drehgestell des "Langenschwalbachers".
(Foto: Sammlung Georg Klambert)


2402-HMUE-02-C



Ehemaliger preußischer Nebenbahn-Personenwagen
für die weniger betuchten Beförderungsfälle.
(Foto: Sammlung Georg Klambert)


2402-HMUE-03-C



Ehemaliger preußischer Nebenbahn-Personenwagen
für besser gestellte Beförderungsfälle.
(Foto: Sammlung Georg Klambert)


2402-HMUE-04-C

Während unser "Foto Schorsche" mit seinem "Altbau-Loki" der preußischen
Bauart "T 16" noch auf den Schienen der Reichsbahn Direktion Magdeburg
unterwegs sein darf, haben die DB-Altbau-Personenwagen längst
den Weg alten Eisens hinter sich gebracht.

MfG!
Karl

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Beitrag 653 von 653
BeitragVerfasst am: 20 Feb 2024 18:30    Die Kippe  Antworten mit Zitat Nach oben

allo
zusammen!



Omma schaut missgestimmt
und ihr sein Mann
fotografiert Modelleisenbahn!
(Foto: Sammlung Georg Klambert)


2402-OMI-OPI-1-C

MfG!
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