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 von Sassenach nach Bullay - ein Stück Moselbahn entsteht

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gaulois
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Beitrag 2986 von 2996
BeitragVerfasst am: 09 Aug 2020 0:49    von Sassenach nach Bullay - ein Stück Moselbahn entsteht  Antworten mit Zitat Nach oben

... es ist erstaunlich, was man schafft, wenn man sich mal ein paar Stunden Zeit nimmt... die ersten 301 Weinstöcke am Prinzenkopftunnel sind gesetzt und geschiefert, aber ich bin noch nicht sicher, ob ich mit dem Schiefer glücklich bin. Fotos gibts am Wochenende...




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gaulois
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Beitrag 2987 von 2996
BeitragVerfasst am: 09 Aug 2020 23:23    von Sassenach nach Bullay - ein Stück Moselbahn entsteht  Antworten mit Zitat Nach oben

... was das Licht macht, ist gelegentlich erstaunlich. Ich bin mit dem ersten Teil (am Prinzenkopf) noch nicht glücklich, weil die Schieferbrocken zu groß sind, viel größer als bei meinen alten Weinbergen, da muss mir noch was einfallen. Daher habe ich den linken Teil des ersten Weinbergs noch ohne Schiefer eingesetzt und fotografiert. Unten habe ich das Styropor gekappt und schwarz bemalt (damit es nicht so schlimm aussieht, bis die Straße kommt). Hier mal Außenaufnahmen







und hier vor Ort (passt natürlich nicht zu den noch provisorischen, grünen Weinstöcken oben, aber die kommen ja noch weg. Erstaunlicherweise wirkt die Farbe aber etwas unecht. Vielleicht muss ich doch mehr mit gelben Blättern arbeiten Think



Bei dem Neonlicht im Mobazimmer wirken die Farben ganz anders als draußen Sad



Also, da geht noch was, aber immerhin passiert überhaupt was...




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Beitrag 2988 von 2996
BeitragVerfasst am: 10 Aug 2020 10:54    von Sassenach nach Bullay - ein Stück Moselbahn entsteht  Antworten mit Zitat Nach oben

allo Gerd,
der Herbst-Wingert über dem Viadukt - auf dem letzten Bild - finde ich besonders gelungen. Bei einer Neupflanzung fällt einem sofort - im Gegensatz zu einem älteren Weinberg - besonders die Korektheit der Linienführung auf.

Übrigens, bei meiner einfachen Kamera gibt es die Einstellung für Neonbeleuchtung; ja sogar die Einstellung Neon 1 und Neon 2.




Gruß Alois
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Beitrag 2989 von 2996
BeitragVerfasst am: 10 Aug 2020 16:29    von Sassenach nach Bullay - ein Stück Moselbahn entsteht  Antworten mit Zitat Nach oben

allo Alois,
der Faulheit halber habe ich die Fotos mit dem Handy gemacht... Ob es da eine Einstellung dafür gibt, weiß ich nicht, aber Danke für den Kommentar. Das ist so, als ob Du geahnt hättest, was jetzt kommt, denn ich präsentiere eine kleine Geschichte:

Der Pündericher "Streit Wingert"

In der Tat sieht man an der Mosel heute in den niederen Lagen zumindest dort, wo man nicht mit dem Traktor senkrecht den Boden zwischen den Weinstöcken pflügen kann, immer häufiger Wingerte, in denen die Weinstöcke mit waagerechten Drahtabspannungen gehalten werden. So muss nur alle paar Weinstöcke ein Pfahl in den harten Boden gesetzt werden, die Bindung ist auf mehreren Ebenen möglich und Draht ist heutzutage billiger als in alter Zeit.

Aber es gibt sie noch, wenige alte Wingerte, in denen der Anbau noch traditionell erfolgt, vielleicht auch deshalb, weil es noch keine Neuanpflanzungen erforderte, weil die alten Weinstöcke immer noch gut tragen und die Rebsorten gut gekauft werden. Solche gibt es unterhalb des Pündericher Hangviaduktes nur noch wenige, die waagerechten Linien sind manuell leichter zu bearbeiten, weil man nicht ständig hoch und runter laufen muss und Ackergerät kann hier nicht genutzt werden, denn am oberen Ende - in dieser Lage wird jeder Quadratmeter genutzt - ist kein Weg, sonder direkt der Bahnviadukt.

Einer der alten Wingerte ist insofern besonders augenfällig und schon von weitem auszumachen, weil hier die Reihen der Weinstöcke, obwohl sie alle von einer Sorte sind und aus einer einzigen Anpflanzung aus dem Jahr 1929 stammen, sehr unregelmäßig sind. Das liegt nicht etwa am besonders zerklüfteten Gelände, im Gegenteil, der Boden ist hier besonders harmonisch, aber mit dem Familienfrieden war es eben nicht weit her, als hier in Zeiten der Weltwirtschaftskrise mit dem letzten Geld des alten Winzers, Fritz Klasen, die neuen Pflanzen gekauft wurden, die es nun zu setzen galt. Der Winzer hatte in der Inflation 1923 dieses Stück Land einem Nachbarn für einige Milliarden Reichsmark samt dem aufstehenden Riesling abgekauft, der in den folgenden Jahren auch guten Ertrag brachte. Dieses und andere Geschäfte zur Zeit der großen Inflation brachten ihm den Rufnahmen Landsch ein.

Seine Frau schalt ihn unvernünftig ob der aus ihrer Sicht noch nicht notwendigen Ausgaben für eine Neuanpflanzung, die schon wieder in harter Währung getätigt werden mussten und für die der Wingert an die ortsansässige Spar- und Darlehenskasse verpfändet wurde, wusste man doch nicht, ob man den Ertrag überhaupt würde vermarkten können.

Die Frau wusste so manches mehr als andere, raunte man sich in Pünderich zu, denn sie hatte schon oft Katastrophen vorhergesehen und sie prophezeite, dass zur Zeit der Lese 1929 schon kein Geld für neue Fässer mehr da sein würde und auch keins, wenn der neue Wein im Jahr 1930 dann auf den Markt käme, niemand würde ihn kaufen, ja, auch in den folgenden Jahren nicht. Mit solchen Reden traktierte sie ihren Mann, den alten Fritz so lange, bis ihm ganz Gram wurde und er gemütskrank wurde. So lag er denn wochenlang mit einem Hexenschuss im Bett, als die Maienzeit zur Pflanzung rief. Die Rodung hatte er schon nach der Lese 1928 vorgenommen, so musste nun also die Pflanzung erfolgen, aber ohne ihn. Geld für Knechte hatte er nicht und so mussten seine beiden Jungen, Peter und Hubert Klasen die Anpflanzung nach seiner Anweisung vornehmen.

Was die Frau nicht wusste, war, dass der Wingert in den kommenden 15 Jahren keine einzige süße Rebe tragen würde, denn in Zwietracht gedeiht nichts Gutes. Und das kam so:

Die beiden Jungen hatten von ihrem Vater 110 Weinstöcke erhalten, die sie so auf den Wingert zu pflanzen hätten, dass sie den größtmöglichen Ertrag brächten. Hubert meinte denn, auf diesem prächtigen Grundstück könne man die Reihen weit auseinander setzen, dass die Sonne mittags, wenn sie von Süden schien, viele Blätter oben und unten an den Weinstöcken würde erreichen können, dass die Weinstöcke sich nicht gegenseitig das Licht und das Wasser streitig machten und dass morgens auch genug Sonne auf den Schiefer zwischen den Reihen schien, denn dann wurde er warm und brachte die Trauben im Herbst zur richtigen Süße.

Peter, der ältere von beiden gab nicht viel um die Meinung seines "kleinen" Bruders, er sagte, man müsse die Reihen doch so setzen, dass möglichst viele Weinstöcke auf dem Stück Land zu stehen kämen. Wenn dann noch Platz übrig sei, werde der Vater schon im kommenden Jahr weitere Pflanzen kaufen und dann werde der Wingert reichen Ertrag haben, vielleicht nicht so süß, aber dafür umso mehr. Qualität könne man nicht verkaufen, volle Fässer hingegen schon. Vom Rechnen war der Peter kein rechter Freund, denn sonst hätte er gewusst, dass der Vater in den kommenden Jahren mit der Ernte kaum den Lebensunterhalt würde bestreiten können, wo er doch auch noch die Grundschuld abzutragen hatte und schließlich neue Stecklinge, wenn man sie nicht selbst zog, Geld kosteten.

So fingen nun die beiden Brüder an, die Reihen zu setzen, immer der eine und der andere, einen Tag musste Peter zu Hause bleiben, den anderen sein Bruder, um der Mutter im Haus zu helfen, wo der Vater lag und sich nicht rühren konnte. Und so kam es, dass immer mal ein paar breite, dann wieder ein paar schmale Reihen gesetzt wurden, je nach dem, welcher Bruder gerade im Wingert zugange war.

Wie nun der Vater im Herbst an den Wingert kommt und sieht, was seine Söhne da vollbracht haben - ja harte Arbeit war es, aber was war das für ein Anblick! - da brach ihm das Herz. Versteht Ihr denn nicht, dass ihr zusammnarbeiten müsst, wenn ihr was werden wollt? Nein, das wollte Peter nicht einsehen und so sah der Vater, dass er sein Weingut seinen beiden Söhnen nicht gemeinschaftlich vermachen konnte, wenn er einmal ging. Das tat ihm so weh, dass er bald darauf verstarb. Nun war die Witwe Klasen mit diesen beiden Söhnen auf sich gestellt und die taten alles, um dem anderen zu zeigen, dass er Unrecht habe. So ging Peter sie nachts heimlich in den Wingert, um die Blüdenstände der Weinstöcke, die sein Bruder gepflanzt hatte, abzuschneiden. "Da sind ja gar keine Blüten an Deinen Weinstöcken" sagte er schadenfroh, "hast sie wohl nicht richtig gepflanzt und nur im Weinberg gefaulenzt, als ich der Mutter so schwer hab helfen müssen zu Hause", so sprach er.

Hubert hörte diese Reden nicht gern und so schnitt er des Nachts an den Weinstöcken seines Bruders herum. Peter wiederum grub an den Wurzeln der anderen Weinstöcke - ja das war schwere Arbeit auf dem harten Stein - Hubert sägte die Stämme seines Bruders an und so ging es in einem fort. Ertrag gab es keinen. Aber in der Weltwirschaftskrise hätte auch kaum jemand das Geld für den Wein gehabt. Auch die anderen Wingerte der Fritz Klasen Erben brachten keinen Wein, denn die Beeren verfaulten am Stamm, die Brüder waren zu sehr mit ihrem Streit beschäftigt, kein Frühjahrsschnitt, kein Unkrautjäten, die arme Witwe musste mit Näharbeiten ihren Lebensunterhalt verdienen.

12 Jahre später mussten die beiden in den Krieg. Von dort sind sie nicht zurück gekommen, da hat die Witwe den Wingert nach der Währungsreform der Familie Backes verkauft, diese hat bis auf den heutigen Tag dort guten Ertrag, die Stämme der Weinstöcke sind die kleinsten unter dem Hangviadukt, aber sie tragen die süßesten Früchte, es musste hier lange nicht mal gedüngt werden, denn der Boden war ja 15 Jahre lang nicht vom Wein strapaziert worden. Der alte Backes kannte natürlich die Geschichte der beiden uneinigen Brüder und das erste, was er in dem verwilderten Wingert machte, war, alle Weinstöcke bis auf zwei Bugreben zurückzuschneiden. Die band er in Herzform an den Stamm, so wie es in Briedel, wo er geboren wurde und lebte, üblich war. Das Briedeler Herzchen eben. Vielleicht gab das den Ausschlag.

Weil der Wein dieses kleinen Wingerts aber so besonders süß war und sogar zum Eiswein taugte, wurde hier nie neu angepflanzt, die Reihen sind heute noch so, wie sie damals von Peter und Hubert gepflanzt wurden und sie hätten ihnen reichen Ertrag gebracht, wenn sie - ja wenn sie einig gewesen wären.



Der Streit-Wingert ist hier links im Bild zu sehen.






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Beitrag 2990 von 2996
BeitragVerfasst am: 10 Aug 2020 21:16    von Sassenach nach Bullay - ein Stück Moselbahn entsteht  Antworten mit Zitat Nach oben

allo Gerd,

das ist ja eine Geschichte erzählt wie ein Märchen und das aktuelle
Zeitgeschehen stützt sie wie die Pfähle Deines Weinbergs die Reben stützen.
Sie ist einfach gelungen!



MfG
Karl

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Beitrag 2991 von 2996
BeitragVerfasst am: 10 Aug 2020 22:59    von Sassenach nach Bullay - ein Stück Moselbahn entsteht  Antworten mit Zitat Nach oben

allo Karl,
Dankeschön, beim Setzen der Weinstöcke kam mir plötzlich der Gedanke, da hab ich mir gedacht, ich spinne eine Geschichte draus. Hier noch ein paar Nachschüsse vom Ort des Geschehens, ganz profan ohne viel Text...














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Beitrag 2992 von 2996
BeitragVerfasst am: 11 Aug 2020 9:25    von Sassenach nach Bullay - ein Stück Moselbahn entsteht  Antworten mit Zitat Nach oben

allo Gerd,
besser - geht immer, sagt der Volksmund; aber mal ganz ehrlich - nicht immer!




Gruß Alois
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Beitrag 2993 von 2996
BeitragVerfasst am: 11 Aug 2020 11:26    von Sassenach nach Bullay - ein Stück Moselbahn entsteht  Antworten mit Zitat Nach oben

allo Alois,
aber mit den Farben bin ich noch nicht so ganz glücklich und mit der Körnung des Schiefers auch nicht, weshalb ich die weiteren Reihen nicht geschiefert habe. Letzte Nacht habe ich bis zur völligen Dunkelheit grüne Weinstöcke am Reiler Hals gesetzt, die Gruppe rechts dann heute Morgen, deshalb auch noch die weißen Leimpunkte. Bei den weit auskragenden Ästen ist es erforderlich, die Weinstöcke mit einem Tropfen Leim zu fixieren, sonst bewegt sich später beim Schiefern alles und das kann sehr unangenehm werden, weil dann. z. B. das Laub wieder abfallen kann...



Wie man sieht, ist es noch früher im Jahr und die Weinstöcke sind noch dünn belaubt. Es wird am Hangviadukt ein wenig unterschiedliche Jahreszeiten geben von Sommer bis Herbst. Ob ich den Frühling ganz links noch untergebracht kriege, weiß ich noch nicht.

Aber warum zeige ich das? Links am Reiler Hals ist das Gelände deutlich flacher als rechts am Prinzenkopftunnel, weil ich hier die Straße in eine Kurve bringen wollte und die Mosel auch, nicht ganz vorbildgerecht, aber optisch besser als eine lange Gerade, bei der die Mosel dann unter dem Sassensteyn bzw. der Kuckuckslay hindurch flösse
.
Durch das flachere Gelände ergibt es sich, dass die Sonneneinstrahlung auf die Weinstöcke ganz links nicht so intensiv ist, wie bei stärker höhenversetzten Weinstöcken, wenn man die gleichen Abstände wählt, wie im Steilhang. Daher sind hier die Abstände deutlich größer, was natürlich umso mehr auffällt, weil die Belaubung auch noch deutlich dünner ist. Herzchen gibt es logischerweise hier keine, es ist ja kein Steilhang. Das bisschen Grün auf den Weinstöcken wirkt auf mich jedenfalls schon viel schöner als das Rot und das Gelb weiter rechts, daran muss ich mich wohl erst noch gewöhnen und außerdem ja noch eine Lösung für den Schiefer finden...




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Beitrag 2994 von 2996
BeitragVerfasst am: 11 Aug 2020 23:05    von Sassenach nach Bullay - ein Stück Moselbahn entsteht  Antworten mit Zitat Nach oben

allo zusammen,
für Fotos vom aktuellen Zustand war es heute schon zu spät und ich bin mit dem Weinbergsegment am Reiler Hals auch noch nicht fertig, denn ich habe noch eine Bruchsteinmauer gesetzt. Hier zwei Bilder vom frühen Abend:





Nicht maßstäblich, aber dafür individuell. So könnte man sagen, viel gröber als die feinen Steinmauern, die ich in den alten Weinbergen gesetzt habe, aber das hat auch einen Grund: Diese Mauer wurde zwar auch von den Winzern gebaut, aber im Auftrag und mit schwerem Gerät. Die Mauer sichert nämlich den Hang am Moselrandweg und der war damals beim Bau des Hangviaduktes wichtig, weshalb die Mauer mit harter preußischer Münze bezahlt wurde. Das Geld kam ja aus der Militärkasse, daher war es nach dem erst vor kurzem gewonnenen Krieg gegen unsere französischen Nachbarn bei der Sicherung der Macht und beim Bau der Kanonenbahn eigentlich egal, was das kostete, der Kaiser und seine Generäle wollten es, also wurde es gemacht. Auch die Mauer, die wir hier sehen und die den heute eher unbedeutenden Moselrandweg vom Pündericher Fährhaus nach Reil an dieser Stelle gegen den womöglich abrutschenden Hang sichert.

Übrigens ist in dem Zug natürlich mal wieder Land von den lokalen Winzern an den Staat abgetreten worden, wie das bei Eisenbahnvorhaben ja nicht unüblich war. Einer der Winzer, Klaus Schommers, der an dieser Mauer seine Reben hatte, war mit den Plänen nicht glücklich, sein Land für nen Appel und en Ei abgeben zu müssen. Er sandte daher seiner Majestät, dem Kaiser eine Kiste seines besten Weines, den er mit "Wilhelms Liebling" etikettiert hatte mit den besten Grüßen und verbunden mit dem Wunsch, seiner Majestät möge der Wein bekommen, sodass er sich entschiede, den Winzer großzügig für jeden Weinstock zu entschädigen, den dieser künftig entbehren müsste, werde doch der nach dem Kaiser benannte Wein sicherlich seltener mit jedem Weinstock, der weichen müsse. Der Kaiser entschied daraufhin, den "guten Winzer", der seinerzeit auch Pündericher Bürgermeister war und so weit entfernt, aber so nah an der Reichsgrenze durchaus Einflusss auf die Untertanen hatte und somit auch unbequem werden konnte, nicht mit Geld zu entschädigen, sondern ordnete an, dass fü rden guten Bürgermeister Schommers ein adäquater Weinberg oberhalb des Hangviaduktes gefunden werden solle, sodass er seine vorzügliche Rebe auch dort anbauen könne, Wilhelm bedang isch aber aus, dass er künftig in jedem Jahr 10 Kisten des nun als Hohenzollerngold bekannten Tropfens geliefert bekäme.

So war der Streit um das Land schnell beigelegt und Klaus Schommers sorgte auch dafür, dass die Winzer in den Monaten, in denen im Weinberg weniger zu tun war, kräftig bei der Gestaltung der Flächen um den Hangviadukt herum eingesetzt wurden. So kam es, dass die Weinberge immer höher den Berg hinauf kletterten und große Transportmengen zur Erntezeit anfielen. Da reichte die kleine Fähre nach Pünderich nicht mehr aus. Die Winzer gründeten daher eine Genossenschaft zur gemeinsamen Verarbeitung der Lese, die aber nicht mehr in Pünderich, sondern in Bullay erfolgen sollte, denn dorthin beförderte die neue Bahn die Lese von Pünderich aus, wo es ein Freiladegleis gab, zweimal am Tag die Wagen mit den Trauben.

Ja, diese Bahn, die eigentlich nur militärischen Zwecken diente und als unwirtschaftlich galt, veränderte im Kleinen nicht viel, aber doch einiges, denn von Bullay aus konnte der Wein auch gleich über Koblenz den Rhein hinauf oder hinab transportiert werden und damit erschloss sich dann auch das große Absatzgebiet, dass die Pündericher aufgrund ihrer recht entfernten Lage sonst nicht hatten. Die Mosel hinunter dauerte es viele Tage und jeder Winzer musste seine wenigen Frachten selbst einem der Kapitäne anvertrauen, die sie per Schiff zum Rhein brachten. Das war die "gute alte Zeit", in der es Reichtum in Pünderich nicht gab. Mit der Bahn ändete sich auch das. Aber das ist eine andere Geschichte...

Zum Schluss noch etwas profane Statistik: Es geht deshalb so schnell voran, weil ich die Abstände zwischen den Weinstöcken unterhalb des Hangviadukts weit größer gehalten habe, als sie oberhalb sein werden. Mit Stand heute habe ich nur 1274 Weinstöcke gepflanzt und damit schon fast 3/4 des Hangviaduktes unterhalb bepflanzt. Das ist vergleichsweise wenig, wenn man bedenkt, dass ich auf meinem ersten Weinberg mit 80 cm länge und 30 cm Tiefe schon 800 Weinstöcke stehen hatte und auf dem zugehörigen Weinberg oberhalb weiter 3.700. Da sehen meine Schätzungen, was ich am Hangviadukt brauche, erst mal nach Aufschneiderei aus, aber man darf sich nicht täuschen, oberhalb des Viadukts wird es wegen der enger stehenden und kleineren Weinstöcke schnell in die Höhe gehen...




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Beitrag 2995 von 2996
BeitragVerfasst am: 12 Aug 2020 20:16    von Sassenach nach Bullay - ein Stück Moselbahn entsteht  Antworten mit Zitat Nach oben

allo Gerd

also ich find die Mauer echt gelungen, man müsste mal einen Preiser daneben sehn ...
aber ungeachtet dessen Schiefer gibts ja in allen Grössen

ich werd das mal in Natura begutachten Very Happy




viele Grüße aus dem Rheinland

Bodo

und denkt an das 11te Gebot

dua di ned deischn....

noch was wichtiges ...http://www.flugpate.com/

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Beitrag 2996 von 2996
BeitragVerfasst am: 12 Aug 2020 21:14    von Sassenach nach Bullay - ein Stück Moselbahn entsteht  Antworten mit Zitat Nach oben

allo Bodo,
gerne, aber wir müssen einen Termin machen...

Heute sieht es beim letzten Büchsenlicht dann so aus:



Ganz trocken ist es noch nicht und die Mauer werde ich noch ein paar Male nass bürsten müssen, damit der Leim aus den Fugen verschwindet, der noch stört...

Leider habe ich jetzt keine grünen Weinstöcke mehr, d. h. die muss ich jetzt machen, verbaut sind bisher 1382... und die Zahnstocher sind schon gestern ausgegangen...




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