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 Die Kippe

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gaulois
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Beitrag 211 von 223
BeitragVerfasst am: 26 Nov 2019 22:19    Die Kippe  Antworten mit Zitat Nach oben

allo Karl,
denk ruhig (laut) weiter, ich finde solche Geschichten aus der Vergangenheit interessant.




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Karl
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Beitrag 212 von 223
BeitragVerfasst am: 29 Nov 2019 1:10    Die Kippe  Antworten mit Zitat Nach oben

allo
und


allo @Alois/heckmal:

« Alois/heckmal (siehe Beitrag 208) » hat folgendes geschrieben:
.....Deine ersten Erfahrungen mit
einem Bahnmodell hast Du ja bereits mit der Muttermilch gesammelt.
Mein erster Kontakt an der Modellbahn geht auf das Jahr 1997 zurück.
Die Digitalisierung der Loks war zu diesem Zeitpunkt in vollem Gange.
Alles was davor geschah, kenne ich von unserem großen Vorbild.
Ich erinnere mich noch gut an die von Frankreich zurück kommenden Kohlezüge
mit ihren rappelnden leeren Güterzugwagen.......


Ja, meine Erfahrung des Eisenbahnbetriebes setzten wirklich sehr früh ein,
denn ab Sommer 1943 bezogen meine Eltern eine neue Wohnung.
Wegen des intensiven Bombenkrieges verließ die Familie die gefährdete
Großstadt Kassel und fand bei der Verwandtschaft in dem kleinen
Kreisstädtchen Hannoversch Münden eine neue Bleibe.
Wir besaßen den Status von "Evakuierten" und wurden von den Einheimischen
als Inlands-Kriegsflüchtlinge behandelt.
In dem kleinen Kreisstädtchen Hannoversch Münden lag die neue Wohnung
in Sichtweite einer zweigleisigen Hauptbahn, die Kassel mit dem Norden verband.

Im nachfolgenden Bild, das ich in diesem Jahr aufnahm, sehen wir den von der
Hannoverschen Südbahn gebauten Brückenbogen.
Mehrere Zweige unserer Großfamilie lebten in dem im Hintergrund sichtbaren
Gebäudekomplex. Ich war etwa dreieinhalb Jahre alt, als die Großfamilie am Ort
durch unseren Zuzug um drei Köpfe verstärkt wurde.



Damals besaß die Brücke noch das von der Baufirma mitgegebene Aussehen.
Heutzutage verhindern die Schallschutzwände den Anblick der Züge.

Von meinem Kinderzimmer aus fotografierte ich im Jahr 1956 einen Teil
des Betriebsgeschehens auf dem Bahndamm bei der Brücke.

Der Zug fährt in Richtung Kassel. Die Baureihe der Lok kann ich nicht
bestimmen, ich weiß davon zu wenig.
Hinter der Lok folgt ein 'Mitteleinstiegswagen'. Die junge Bundesbahn hatte
das 26,4 Meter lange Fahrzeug für den Einsatz in Eilzügen bauen lassen.
Der Mitteleinstieg beschleunigte den Fahrgastwechsel, um kürzere Zuglaufdauern
zu bewirken.



Unter dem hinteren Drehgestell des 'MITROPA'-Speisewagens läßt sich am linken
Bildrand ein Teil des Brückenbogens erahnen.



Der Güterzug rollt Richtung Norden, bei Eichenberg wird er auf
die 'Nord-Süd-Strecke' übergeleitet, er hat einen der Seehäfen zum Ziel.



Der Güterzug verkehrt auch im Winter, hier läuft der Packwagen an vierter
Stelle, die ersten drei Wagen sind vermutlich im Kasseler Rangierbahnhof
dem aus Süden oder aus Westen eingetroffenen Zug mitgegeben worden.



Der Personenzug aus Kassel verkehrt Richtung Eichenberg. Ihn führt eine
Garbe-Lokomotive der preußisch-hessischen Staatsbahn, Baureihe T18, - also
Heißdampf -, die von der Reichsbahn dann zur Baureihe 78 umnummeriert wurde.



Der Wagenpark dieses Personenzugs umfaßt insgesamt vier Personenwagen und, - am
Schluß laufend -, einen Packwagen, der hinter dem Gebüsch am rechten Bildrand
nur schemenhaft daher kommt.

Der jüngste Wagen ist in der Zugmitte eingereiht, in ihm reisen die Fahrgäste
zweiter Klasse in der 'Polsterklasse' des Ganzstahlwagens.

Der hinter der Lok laufende drei-achsige Abteilwagen preußischer Bauart ist
mit 'Dritter Klasse' - Abteilen ausgestattet.

Dahinter kommt ein Abteilwagen, dessen Fenster- und Türanordnung von der des
vor ihm rumpelnden Dreiachsers abweicht. Er war von der preußisch-hessischen
Staatsbahn für die Fahrgäste der 'Vierten Klasse' gebaut worden.

Als das Kaiserreich nach dem ersten Weltkrieg nicht zu den Siegermächten
gehörte und es sich in Weimar eine republikanische Verfassung gegeben hatte,
wurde die alt-preußische vierte Wagenklasse als überholt angesehen.
Diese Fahrzeuge wurden nun von der 'Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft (DRG)
aufgewertet zur 'Dritten Klasse für Reisende mit Traglasten'.
Die Fahrschüler bevorzugten diesen Wagen der 'Holzterklasse', weil sie darin
allein und ungestört den Ton angeben konnten. Er wies nur einige Bänke und
überwiegend Stehplätze in seinem einzigen Großraumabteil auf und bot somit viel
Raum für die lebhaften Fahrschüler.

MfG
Karl

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Beitrag 213 von 223
BeitragVerfasst am: 30 Nov 2019 7:35    Die Kippe  Antworten mit Zitat Nach oben

allo Karl,
wenn das die Strecke nach Göttingen ist, dann dürfte das auf dem zweiten Bild eine 01 sein, die in den 50er und 60er Jahren dort häufig anzutreffen waren (lt. Wikipedia).

Schöne Aufnahmen aus der alten Zeit, sogar noch mit echtem Winterschnee (bei uns eher selten). Wie anders als die heutige Zeit.

Spontan hat mich dann noch die Geschichte vor dem Betrachten der Fotos woanders hin gelenkt, weil ich im Alter von 8 Jahren mal in Kassel war (vom Habichtshof aus) und siehe da, dazu gibt es heutzutage dank Internet auch sogar Fotos und Erinnerungen kommen zurück...




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Beitrag 214 von 223
BeitragVerfasst am: 30 Nov 2019 12:06    Die Kippe  Antworten mit Zitat Nach oben

allo Karl, Gerd und...
der Huldigung von Gerd, Deiner "Aufnahmen aus der alten Zeit" kann ich nur zustimmen. Den Anblick vom vemissten "echten Winterschnee" kann er sich aber bei uns auf den Hunsrückhöhen ab Morgen, holen - wenn denn die Prognosen zutreffen.

Auch wir sind in den letzten Kriegsmonaten von dem damaligen Treis-Karden, von der Mosel auf die Hunsrückhöhen - in die Nähe meines jetzigen Wohnortes, in einen Bergstollen vor dem Fliegerangriff auf unsere Moselbrücke - geflüchtet. Die Bomben trafen in den Windungen der Mosel alles, außer die Brücke, die dann aber von dem zurückgedrängten Militär gesprengt wurde.

Karl schreibt in Verbindung mit Mitropa Speisewagen von einer "Vierten Klasse" die es bei uns nicht gab.

Von dem Urlauberzug mit Schlaf- und Speisewagen - mit dem wir 1964 eine Urlaubsreise nach Spanien an die Costa Brava antraten - bin ich mir nicht sicher ob es sich evt. um die Mitropa handelte. Fotos gibt es leider nicht. Das Foto (Diafilmaufnahme) wurde an unserem Urlaubsort gemacht und ist ein Zugwagen der Spanier. An der Grenze mussten wir umsteigen, da Spanien eine ander Spurweite hat.

Das Foto ist im Sommer 1964 auf dem Bahnhof unseres Urlaubortes in Calella (Costa Brava) gemacht worden



Hier noch einige Dia-Fotos aus dem Spanienurlaub von 1964












Gruß Alois
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Beitrag 215 von 223
BeitragVerfasst am: 01 Dez 2019 10:04    Die Kippe  Antworten mit Zitat Nach oben

allo Alois,
da bin ich mal gespannt, ob es bei uns auch Schnee geben wird. An der Mosel muss Geld gewesen sein, in Spanien waren meine Eltern noch nie, aber erst Recht damals nicht, in den 70er Jahren waren die Urlaubsziele immer in der Eifel, weil meine Mutter da her kam.

Solche Berichte wie die Flucht vor den Fliegerangriffen an der Mosel habe ich bisher auch noch nie gehört, obwohl man sich natürlich eigentlich denken könnte, dass es so gewesen sein müsste. Wurde das irgendwie organisiert, oder hat sich da jeder selbst auf den Weg gemacht? In den Tunnel seid Ihr aber nicht geflüchtet, oder?

Karl, ist das ok, wenn wir hier Deinen thread quasi für diesen Exkurs kapern? Sonst verlagern wir das woanders hin ...




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Beitrag 216 von 223
BeitragVerfasst am: 01 Dez 2019 16:18    Die Kippe  Antworten mit Zitat Nach oben

allo
und


allo @Gerd/gaulois:

« Gerd/gaulois » hat folgendes geschrieben:
..... ist das ok, wenn wir hier Deinen thread quasi für
diesen Exkurs kapern? Sonst verlagern wir das woanders hin ...


Es ist O.K.

MfG
Karl

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Beitrag 217 von 223
BeitragVerfasst am: 01 Dez 2019 16:56    Die Kippe  Antworten mit Zitat Nach oben

allo Gerd, hallo zusammen,
Karl wird nichts dagegen haben, da ich zwischen seinen Zeilen zu lesen glaube, dass es eher eine Aufforderung ist sich zu beteiligen und mitzumachen, anstatt den Stummen zu mimen.
« gaulois » hat folgendes geschrieben:
Hallo Alois,
da bin ich mal gespannt, ob es bei uns auch Schnee geben wird. An der Mosel muss Geld gewesen sein, in Spanien waren meine Eltern noch nie, aber erst Recht damals nicht, in den 70er Jahren waren die Urlaubsziele immer in der Eifel, weil meine Mutter da her kam.

Solche Berichte wie die Flucht vor den Fliegerangriffen an der Mosel habe ich bisher auch noch nie gehört, obwohl man sich natürlich eigentlich denken könnte, dass es so gewesen sein müsste. Wurde das irgendwie organisiert, oder hat sich da jeder selbst auf den Weg gemacht? In den Tunnel seid Ihr aber nicht geflüchtet, oder?

Karl, ist das ok, wenn wir hier Deinen thread quasi für diesen Exkurs kapern? Sonst verlagern wir das woanders hin ...

Auf den prognostizierten Schnee der Meteorologen müssen wir noch etwas warten.

Zu Deinen Fragen muss ich aber etwas ausholen:
Von Deinem Geldregen an der Mosel hätte ich damals nur träumen können, da ich mit meinen zwei Brüdern in den Kriegsjahren wie viele andere in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen bin. Ich war vier Jahre alt, als 1942 mein Vater südöstlich von Moskau als vermisst gemeldet wurde. 1951 wurde mein Vater am Amtsgericht Cochem für tot erklärt. Im gleichen Jahr starb ein Bruder nach einer Blinddarmoperation; meine Mutter ist im gleichen Jahr - nach einer jahrelangen falschen Behandlung - am grünen Star erblindet.

Die Flucht vor den Bomben war nicht öffentlich organisiert und führte in einen Stollen, in dem früher Schiefer abgebaut wurde.

Wäre das Bildungsangebot von damals auf dem heutigen Stand gewesen, hätten wir es leichter gehabt. Mein Bruder war auf dem Gymnasium - nur weil er Pastor oder Pfarrer werden sollte. Meine Mutter konnte ich nicht alleine lassen. Wenn ich zurückdenke: Als verheirateter musste ich zur Fachschulausbildung unbezahlten Urlaub, mich und meine Familie ohne Beteiligung meines Arbeitgebers krankenversichern und auch noch Schulgeld und Unterkunft etc. berappen. Wer ähnliches hinter sich gebracht hat kann nachvollziehen, was es heißt, mit über 30 Jahren noch die Schulbank zu drücken.

Der Spanienurlaub 1964 war übrigens eine Hochzeitsreise - die erste größere Reise überhaupt. Das Pärchen auf dem Foto sind bekannte aus Hannover. Zwischen meiner Frau und mir steht der Barkeeper unseres Hotels.

PS: Ums Geschrei über uns Alte ob der Luftverschmutzung etc,: Wir sind noch nie mit dem Flugzeug in den Urlaub geflogen.

Ich sehe gerade: Karl hat sein OK gegeben.




Gruß Alois
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Beitrag 218 von 223
BeitragVerfasst am: 01 Dez 2019 21:42    Die Kippe  Antworten mit Zitat Nach oben

allo Alois,
« heckmal » hat folgendes geschrieben:
Hallo Gerd, hallo zusammen,
Karl wird nichts dagegen haben, da ich zwischen seinen Zeilen zu lesen glaube, dass es eher eine Aufforderung ist sich zu beteiligen und mitzumachen, anstatt den Stummen zu mimen.


Ich habe das auch vermutet, aber ich dachte, ich frag mal höflich, bevor wir das hier zu unserem Spielplatz erklären. Ist ja schon irgendwie ein Akt der Piraterie.

« heckmal » hat folgendes geschrieben:
Zu Deinen Fragen muss ich aber etwas ausholen:
Von Deinem Geldregen an der Mosel hätte ich damals nur träumen können, da ich mit meinen zwei Brüdern in den Kriegsjahren wie viele andere in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen bin. Ich war vier Jahre alt, als 1942 mein Vater südöstlich von Moskau als vermisst gemeldet wurde. 1951 wurde mein Vater am Amtsgericht Cochem für tot erklärt. Im gleichen Jahr starb ein Bruder nach einer Blinddarmoperation; meine Mutter ist im gleichen Jahr - nach einer jahrelangen falschen Behandlung - am grünen Star erblindet.


Wenn's kommt, dann kommt's dicke. Mein Großvater mütterlicherseits kam aus französischer Kriegsgefangenschaft mit Rhreumatismus und anderen Erkrankungen erwerbsunfähig zurück. Mein Großvater väterlicherseits geriet in den letzten Bombenangriff der Allierten auf unser örtliches Aluminiumwerk (er war da Walzendreher) und war danach bis 1980 in einer geschlossenen Abteilung in Aachen. Mein Vater wurde im Dezember 1945 geboren. Da war kein Geld, wir hatten Fremdarbeiter für die Braunkohle und die Kraftwerke, die ein wenig Geld in die Haushaltskasse brachten.

[quote="heckmal"]Die Flucht vor den Bomben war nicht öffentlich organisiert und führte in einen Stollen, in dem früher Schiefer abgebaut wurde.[/quote"]

Bei uns gab es dafür einen Betonabstieg in den Keller vom Hof aus, den ich 1982 mit meinem Vater mit Hilfe eines Presslufthammers zerlegt habe. Ich hätt ihn ja drin gelassen, aber...

« heckmal » hat folgendes geschrieben:
Wäre das Bildungsangebot von damals auf dem heutigen Stand gewesen, hätten wir es leichter gehabt. Mein Bruder war auf dem Gymnasium - nur weil er Pastor oder Pfarrer werden sollte. Meine Mutter konnte ich nicht alleine lassen. Wenn ich zurückdenke: Als verheirateter musste ich zur Fachschulausbildung unbezahlten Urlaub, mich und meine Familie ohne Beteiligung meines Arbeitgebers krankenversichern und auch noch Schulgeld und Unterkunft etc. berappen. Wer ähnliches hinter sich gebracht hat kann nachvollziehen, was es heißt, mit über 30 Jahren noch die Schulbank zu drücken.


Mein Vater wäre gerne Elektriker geworden, daraus wurde nichts, als Maler- und Lackierermeister kam er aber dann 1977 doch noch zum RWE. Aber die Meisterschule hat viel Geld verschlungen. Auch früher war kein Geld da. Er hatte sich im Dachgeschoss zwei Zimmer ausgebaut, in denen ich später als Jugendlicher gewohnt habe. Als er in dem Alter war, musste meine Oma ihm dann erklären, dass daraus leider nichts wird, weil sie die Zimmer dann zur Vermietung an Fremdarbeiter brauchte. Da gab es eine Frau, die als Flüchtling aus den Ostgebieten schon länger da wohnte, einen Ingenieur der LMG, die die Bagger bei Rheinbraun bauten und betreuten etc. Später, bis ich 3 war und aus dem Schlafzimmer meiner Eltern ausquartiert wurde, hatten wir Italiener aus Sizilien und einen Bruder meines (angeheirateten) Onkels aus Holland, der mit der Schwester meines Vaters nach Canada ausgewandert war. Bis 1970 waren wir auf das Geld angewiesen. Oma ging im Rathaus putzen, wir verkauften Kartoffeln und hatten selbst Schweine und Hühner, einmal sogar ein paar Enten. Holz wurde aus Supermarktkisten, Bäumen und Abfallholz klein geschnitten und verfeuert in der alten Kohleheizung, die noch nicht im Keller, sondern im Anbau unseres Hauses in der Waschküche stand. WC gab es erst, als ich drei war. Dusche über den Hof dann später auch, am Anfang habe ich auch noch die Zinkwanne kennengelernt, die man auf den Hof stellte...

« heckmal » hat folgendes geschrieben:
Der Spanienurlaub 1964 war übrigens eine Hochzeitsreise - die erste größere Reise überhaupt. Das Pärchen auf dem Foto sind bekannte aus Hannover. Zwischen meiner Frau und mir steht der Barkeeper unseres Hotels.


Also eine besondere Erinnerung. Wir fuhren ins Haus meiner Großeltern in die Eifel oder es gab mal eine 5tägige Reise meines Vaters mit mir nach London zu einem Freund. Unterbringung bei ihm, Reise per Bahn (!) und Schiff. In der Nacht vorher war Buback erschossen worden. Was für ein Chaos an der Grenze.
Vielleicht deshalb will ich den Deutschen Herbst an der Mosel auch darstellen. Im selben Jahr, aber im Sommer, war ich mit einer Mutter-Kind-Kurmaßnahme mit meiner Mutter im geteilten Berlin. Eine unvergessliche Sache, waren doch damals die Grenze und die Mauer besonders scharf bewacht (1977). Als ich vor ein paar Jahren mal in Marienborn war, habe ich alles sofort wiedererkannt, so beeindruckend war das. Stand ja auch 1990 selbst an der Grenze mit meinem Radar...

« heckmal » hat folgendes geschrieben:
PS: Ums Geschrei über uns Alte ob der Luftverschmutzung etc,: Wir sind noch nie mit dem Flugzeug in den Urlaub geflogen.


Wir schon, aber nur, wenn es nicht anders ging (die Verwandten in USA besuchen, nach China und einmal, weil es schnell gehen musste, zu einer Beerdigung nach London, aber da wären wir mit der Fähre auch nicht viel langsamer gewesen. Das war aber alles schon in den 90ern oder kurz davor (1989). Da war mein Vater ja längst Meister, da war meine Mutter wieder im Beruf. Meine Oma war da schon lange nicht mehr.

Und nun ist es meine Mutter auch nicht mehr... Wir werden weniger. Unsere Erinnerungen sollten wir weitergeben!




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Beitrag 219 von 223
BeitragVerfasst am: 02 Dez 2019 12:14    Die Kippe  Antworten mit Zitat Nach oben

allo Gerd,
zum Tod Deiner Mutter möchte ich Dir mein Beileid aussprechen.

In den 1960er Jahren war in unserer Region zur Hochzeit eine Hochzeitsfeier Obligatorisch. Es gab nicht wenige, die zusätzlich eine Hochzeitsreise absolvierten, die meistens nach Italien führte. Da unsere nächsten Angehörigen an einer Feier wegen Krankheit nicht hätten teilnehmen können, hatten wir uns für die Hochzeitsreise nach Spanien entschieden.

So, nun möchte ich Karl wieder das Feld überlassen, der uns villeicht auf andere Gedanken bringt.




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Beitrag 220 von 223
BeitragVerfasst am: 04 Dez 2019 15:08    Die Kippe  Antworten mit Zitat Nach oben

allo
zusammen!

Ja, viel Leid kam über die Familien und schwere Bedrängnisse hatten sie
durchzustehen, bis sie dann endlich wieder Fuß fassen konnten.

Alois Bilder aus Spanien sehe ich wie das sprichwörtliche Licht am Ende
des Tunnels, um im Eisenbahnbild zu bleiben. Danke!

Im nachstehenden Bild aus dem Inneren des Gebäudekomplexes meiner Großfamilie
sehen wir meinen mir gleichaltrigen Cousin Adolf sontäglich gekleidet.
Er hatte eine Heimfahrt, die ihm als Hauerlehrling auf der Zeche zustand.
Am Ende seines Berufslebens vererbte er seinen beiden Söhnen ein gut
dastehendes Zahntechnik-Labor.



Das Haus im Hintergrund beherbergte meine Eltern und mich. Im Erdgeschoß gab
es Betriebsräume, gewohnt wurde darüber. Das Haus besaß eine Grundrißgröße von
sechunddreißig Quadratmetern, es galt als ein sogenanntes Behelfsheim.

Von dort aus unternahm ich den morgendlichen Schulweg. Nachdem ich aus dem
Gebäudekomplex meiner Großfamilie auf die Straße gekommen war, passierte ich
die Schaufensterzeile und ging durch den mächtigen Brückenbogen der
Hannoverschen Südbahn. Das Bild zeigt den Bahndamm mit der Brücke im
Hintergrund.



Mein Schulweg führte mich wie immer am Bahnhof vorbei.

Inzwischen wurde das Bahnhofsgebäude von den Rußablagerungen befreit, die
seit seiner Erbauung angefallen waren. Es strahlt nun in dem Glanze, in dem es
die Hannoversche Südbahn erbauen ließ.









Der Tunnel liegt nun weit hinter uns.

MfG
Karl

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Beitrag 221 von 223
BeitragVerfasst am: 04 Dez 2019 17:05    Die Kippe  Antworten mit Zitat Nach oben

allo Karl,
kürzlich las ich in unserer Zeitung wieder Berichte von der guten alten Zeit. Was wollte wohl ein anderer damit sagen, dass es vor 50 Jahren nicht besser gewesen wäre als heute?

Wenn man sich Deine alten schwarz-weiß-Fotos anschaut und mit den neuen Bunten vergleicht, wird einem intuitiv klar - man brauch die Sprüche von obigen Schlaumeiern nicht um zu wissen - in welcher Zeit man lieber lebt oder gelebt hätte.




Gruß Alois
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Beitrag 222 von 223
BeitragVerfasst am: 14 Dez 2019 16:01    Die Kippe  Antworten mit Zitat Nach oben

allo
und


allo @Alois/heckmal:

« Alois/heckmal » hat folgendes geschrieben:
.....Wenn man sich Deine alten schwarz-weiß-Fotos
anschaut und mit den neuen Bunten vergleicht, wird einem intuitiv klar
- man braucht die Sprüche von obigen Schlaumeiern nicht um zu wissen -
in welcher Zeit man lieber lebt oder gelebt hätte.....


Ja, das meine ich auch. Welche Erleichterung beim Heizen der Wohnung und
und bei der Zubereitung des warmen Badewassers am Samstag!

In unserem Behelfsheim stand der kupferne Kessel-Badeofen im zweiten
Obergeschoss. Holz und Kohle wurde in genügender Menge rechtzeitig von Mutter
und Sohn am Samstag herauf geschafft, damit der Vater, wenn er heim kam,
sich des Arbeits-Schweißes der Woche entledigte und sich in der Badewanne
genussvoll entspannen durfte.

Heute drehen wir lediglich das Heizkörperventil oder den Hahn auf und ich
darf zudem mit meiner Moba auf den Pfaden der Erinnerung reisen,
um ausschließlich meine besonnten Tage aufzusuchen.

Damit auf meiner Moba die besonnten Tage auch kräftig strahlen können,
werde ich am I*KEA-Regal eine eigene Beleuchtung anbringen.

Auf dem Küchentisch richte ich mir einen provisorischen Werkplatz für
die Anfertigung der "220 Volt Elektrik" ein.



Am Werkplatz habe ich das Anschlusskabel mit einem Stecker versehen.
Vom Anschluskabel aus werde ich dann über einen Hauptschalter die im Bild
gezeigte Lüsterklemmen-Verteilung mit 220 Volt beaufschlagen.



Jedes Regalfeld wird mit einer 85 Zentimeter langen LED-Leuchtröhre
bestückt. Die vier LED-Leuchtröhren versorge ich zusammen mit dem
MÄR*KlIN - "mfx"-Steuergerät von der Verteilung aus.

Ob ich nun die Schalter und die LED-Leuchtröhren-Elektronik in einem
Schaltpult zusammenfasse oder diese auf der Rückseite einer Schalttafel
befestigen werde, habe ich noch nicht entschieden.

MfG
Karl

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Beitrag 223 von 223
BeitragVerfasst am: 14 Dez 2019 22:47    Die Kippe  Antworten mit Zitat Nach oben

allo,

hier bringe ich einige Schnappschüsse vom Bahnalltag in 'Quedlinburg Nord'.

Bekanntlich bleibt der Dienstpersonenzug in 'Quedlinburg Nord' tagsüber
auf 'Gleis 3 Süd' abgestellt. Dieses Gleis ist das Richtungsgleis
für die in Richtung Blankenburg/Halberstadt abgehenden Züge.



Im Hintergrund der nächsten Aufnahme sehen wir die "Garbe-Esse"
der 'T16/BR94' über den 'B4'-Abteilwagen hinaus ragen.
Dahinter, - auf 'Gleis 5 Süd' abgestellt -, können wir den
zweiteiligen Wittfeld-Akkutriebwagen erahnen.



Da kein mitzuführendes Güterwagenaufkommen an diesem Tage anfiel, wird
der vierachsige preußische Abteilwagen der DR-Bauart 'B4' allein den
'Dstp' bilden.



Unserem 'Foto-Schorsche' gefiel es, so hatte er das Fahrzeug 'solo' vor
der Linse.

MfG
Karl

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